Die Fakten der Hitzewelle dieses Sommers sind nicht mehr zu übersehen. Medien berichten täglich, Expertinnen und Experten schlagen Alarm, und selbst politische Kreise, die den Klimawandel bisher gern ignoriert haben, versuchen nun, die Situation herunterzuspielen. Die Natur leidet. Wälder, Bäume und ganze Ökosysteme geraten unter Druck.
Beim Rundgang mit Gästen im Champ-Raclé zeigt sich ein differenzierteres Bild. Über alles betrachtet zeigen sich die über 100 verschiedenen Gehölze erstaunlich trockenheitsresistent.



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Eine der wenigen Ausnahmen bilden die Hagebuche, die Vogelbeere und zum Teil auch der Berg-Ahorn und die Wildkirsche. Die Rot-Buche wurde in den letzten 30 Jahren nie gepflanzt. Es finden sich aber genügend negative Beispiele in nächster Umgebung (Centre Löwenberg).
Selbst bereits gross gewachsene Exemplare dürften die extreme Hitzeperiode nicht überleben. Die Überlebensstrategien sind unterschiedlich. Gewisse Bäume versuchen durch gezieltes ‘Abwerfen’ einzelner Äste die verfügbaren Ressourcen zu schonen und so am Leben zu bleiben.
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Damit die in diesem Jahr gepflanzten Jungbäume eine realistische Überlebenschance haben, wurden sie während der heissesten Phase des Sommers von fleissigen Helfern alle zwei Tage mit rund 20 Litern frischem Quellwasser pro Baum versorgt. Diese Massnahme zeigt Wirkung: Die jungen Bäume gedeihen prächtig und haben die kritischste Phase bisher gut überstanden.



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Zur gleichen Zeit zeigt sich am Jura-Südhang das Ausmass der Krise besonders deutlich. Statt der typischen, farbenprächtigen Herbstfärbung von unten nach oben in kräftigem Rot und Gelb verfärben sich die Kronen vieler Bäume braun-grau – ein sicheres Zeichen für massiven Hitzestress. Bäume sterben ab.


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Wie es tatsächlich um den Wald steht, wird sich wohl erst nächstes Jahr zeigen. Manche Bäume sind zwar bereits geschwächt, aber noch nicht tot. Kommen weitere Stressfaktoren hinzu – etwa Käferbefall, Insektenplagen oder durch warm-feuchtes Wetter begünstigte Pilzerkrankungen, dann kann das den Todesstoss bedeuten. Für die Buchenbestände im Mittelland bedeutet das nichts Gutes.
Im Champ-Raclé setzt die Stiftung auf Vielfalt und Anpassung. Mehr als 100 verschiedene Baumarten wachsen hier – ein lebendiges Labor für die Zukunft. Nicht alle Arten werden mit dem wärmeren, trockeneren Klima gleich gut zurechtkommen, aber viele könnten als robuste Alternativen dienen. Genau darum geht es beim Motto „Pflanzen wir heute, was morgen noch wächst“. Um dieses Wissen zugänglich zu machen, sind ein Besucherpfad und ein Infopavillon in Planung. Sie sollen es Besuchern ermöglichen, sich ein eigenes Bild zu machen:
- Welche Baumarten eignen sich für die Zukunft?
- Was sind die „Do’s“ und „Don’ts“ beim Pflanzen und Pflegen?
- Welche Strategien helfen, Wälder und Grünflächen auch unter veränderten Klimabedingungen zu erhalten?