Alle wissen es, unseren Wäldern geht es nicht gut. Wassermangel, hohe Temperaturen, Lufttrockenheit, starke Fröste, Bodenverdichtung, Schädlinge, Schadstoffemissionen und Erkrankungen sind Stressfaktoren die zu erhöhter Mortalität führen. Das ist in Deutschland nicht anders.
Neue Bäume braucht das Land! Das können einheimische, sowie Gastbäume sein. Herauszufinden welche Zukunftsbäume sich am besten eignen ist ein Ziel des Projektes «111 Klimabäume» der Stiftung Gartenkultur in Illertissen. Die Stiftung R. + M. Fasnacht unterstützt das Projekt seit längerem. Ein Grund einen Augenschein vor Ort zu nehmen.

Auf einem ca. 1ha grossen Gelände gedeihen über 100 verschiedene Baumarten. Seit einem Jahr werden sie auch von verschiedenen Unterpflanzungen begleitet. Eingerahmt von den Baumalleen ist ein ca. 10m breiter Mittelstreifen mit verschiedenen Standorten entstanden. Ein öffentlich zugänglicher Lehrpfad entlang der Habitate beginnt in einem, nach oben offenem Kubus der von einer Himalaya Birke aus dem Innern heraus überragt wird. Informationstafeln geben Einblick in die Themen «Der Blaue Baum» und seine Geschichte «Nature are you ok?», «Gehen – Bleiben – Kommen» eine Darstellung zu den Lebenschancen der Bäume, «Wenn Standorte kippen» Erklärungen wie wichtig die Standort- und Gehölzwahl für die Zukunft sind, «Klimawandel im Zeitraffer» zeigt was 3.5°C Erwärmung für die Pflanzen bedeutet. «Zukunftsbäume und welche Arten mit den neuen Bedingungen zurechtkommen» ist das Thema des zweiten Kubus aus Holz. Öffnungen in der Seitenwand geben den Blick frei auf die neu gestalteten Magerstandort, Schottergarten, Kalkwackenareale, Feuchtgebiete und Totholzgarten.


.


.
Das Experiment wird zeigen wie gut die verschiedenen Klimagehölze mit der Bodenstruktur, Wind, Wasser und Hitze zurechtkommen. Erwartungsgemäss dürften es nicht alle Pflanzen schaffen. Aber auch negative Ergebnisse sind Ergebnisse und haben ihr Positives. Jeder Baum ist mit einem ‘Steckbrief’ beschrieben und überlässt es dem Besucher zu entscheiden ob der Baum für seinen Garten geeignet ist.
Langfristig ist vorgesehen, zwischen dem im Osten gelegenen Ried, dem Bio Landwirtschaftsbetrieb, dem Projekt «111 Klimabäume» und dem angrenzenden Versuchswald eine zusammenhängende Biodiversitätszone zu schaffen. Ein begeisterndes Ziel, das Nachahmung verdient.